Oldtimer vor Predigtstuhlbahn

Berghochzeit in Bayern: Trauung auf dem Predigtstuhl & Feier im Chalet

Als Hochzeitsplanerin von Traugefühl durfte ich Steffi und Jörn bei der kompletten Planung ihrer Berghochzeit begleiten – von der Locationsuche bis zum Hochzeitstag.

Manche Hochzeiten fühlen sich von der ersten Minute ganz besonders an – diese war definitiv eine davon. Steffi und Jörn durfte ich hoch oben in den Bergen an einem wunderschönen, goldenen Herbsttag begleiten. Es gab eine Trauung mit Weitblick, einen Sektempfang in der Sonne und eine ausgelassene Feier in einem gemütlichen Chalet. In diesem Beitrag nehme ich euch mit zu diesem wunderschönen Hochzeitstag in den Bergen.

Die Planung einer Hochzeit in den Bergen (oder: Wie alles begann)

„Hallo, hier ist Steffi.“

Ich stand gerade am Buffet in einem liebenswerten Hotel im Pitztal, als mein Handy klingelte. Eine unbekannte Nummer… “Hallo, hier ist Steffi. Ich bin auf der Suche nach einer Hochzeitslocation. Wir kommen aus Bremen und würden gerne bei euch im Süden heiraten. Ich bräuchte jemanden vor Ort, der mir bei meiner Locationsuche helfen kann. Du wurdest mir empfohlen.” Wir vereinbarten einen Video-Call und als wir uns ein paar Tage später am Bildschirm gegenübersaßen, lernte ich auch den Bräutigam kennen.

Schon in den ersten Minuten wurde klar, wohin die Reise gehen sollte: nicht nur die Location wollten sie mit mir suchen, sondern auch die komplette Hochzeit gemeinsam mit Traugefühl planen.

Die beiden kommen aus Bremen, aber ihr Herz zieht es immer wieder in den Süden. Beruflich sind sie viel unterwegs und tatsächlich auch oft im Allgäu bzw. Süddeutschland zu Gast. Berge. Seen. Dieses Freiheitsgefühl, wenn der Blick weit wird und die Luft ein bisschen nach „Durchatmen“ riecht. Genau dort wollten sie heiraten.

Von Gefühl, Location und roten Fäden

Ziemlich schnell hatte die Locationsuche also eine klare Richtung: eine Hochzeit in den Bergen. Nicht als Kulisse, sondern als Gefühl. Dieses „Wir schauen raus und wissen sofort: Genau hier gehören wir heute hin.“

Auch beim Stil waren die beiden erstaunlich klar. Sie wollten es elegant, aber nicht steif. Rustikal, aber nicht „Deko um der Deko willen“. Die Braut liebäugelte mit verspielten Elementen, während sich der Bräutigam eher reduzierte und klare Formen wünschte. Alles sollte zum Chalet-Charakter passen: warm, hochwertig, mit Holz und Struktur, aber eben mit dem gewissen Glanz, den so ein Tag verdient.

Und dann gab es diese drei Punkte, die nie zur Diskussion standen. Erstens: Bergblick – mindestens ein „Wow, schaut mal“-Moment beim Ankommen. Zweitens: ein Ort, der sich für 30 Personen genau richtig anfühlt. Ist die Location zu groß, wirkt schnell alles verloren und kann tatsächlich auch ein Stimmungskiller sein. Und drittens: die Feier musste so geplant sein, dass die Anfahrt mit dem Reisebus möglich ist. Denn die beiden sind Busunternehmer und wollten stilecht mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft im eigenen Bus anreisen. Praktisch, entspannt, für alle machbar. Kurz: Berge im Herzen, Bus unterm Popo und ab in den Süden! So ein richtiges Hochzeits-Wochenende sollte das werden.

Die großen Entscheidungen

Und dann kam der Teil der Planung, an dem aus Ideen zügig ein richtiges Konzept wurde. Die großen Entscheidungen waren schnell klar – und jede von Ihnen hat dieses Berg-Gefühl und die Vorfreude noch ein bisschen mehr verstärkt.

  • Hotel (Wochenend-Base): Ein Hotel in Ruhpolding – mit Blick auf die Berge. Das wundervolle Gefühl von „Fenster auf und tief die herrliche Bergluft einatmen“ – ein Gefühl, das nicht nur die beiden so sehr lieben.
  • Trau-Setting: standesamtliche Trauung in Bad Reichenhall auf dem Predigtstuhl. Die Auffahrt mit der Gondel sollte schon der erste kleine Programmpunkt sein.
  • Party-Location: eine schnuckelige Hütte direkt in Ruhpolding, mit zauberhaftem Blick auf die Berge.
  • Live-Musik zur Trauung / Sektempfang – erstklassiger Gesang als Stimmungsgeber für die wichtigsten Momente.
  • Essen / Drinks: Ein Empfang mit Fingerfood, locker und genau richtig, um anzukommen, zu gratulieren und erst mal durchzuatmen.
  • Tagesablauf / Flow: Nach der Trauung Empfang auf der Terrasse – Berge im Blick, Gespräche im Ohr, und dieser Anfang von „Jetzt sind wir wirklich hier“. Im Anschluss Fahrt nach Ruhpolding zum Abendessen und Feier.

Die “kleinen” Entscheidungen

Ja, auch von denen gibt es jede Menge.

  • Tagesablauf (in diesem Fall z.B. unter Berücksichtigung des Gondel-Fahrplans)
  • Deko-Details (Platzteller, Kerzenständer, jeweilige Mengen usw.)
  • Beleuchtung (in diesem Fall eine 50m lange Lichterkette unter der Decke)
  • Torte (Füllungen, Design)
  • Sitzplan, uvm.

Okay, Sitzpläne sind zugegebenermaßen gerne RIESIGE Entscheidungen. Aber die könnt ihr zu zweit treffen. Dafür benötigt ihr keinen Dienstleister 😉

Mit jedem besprochenen Detail wird die Hochzeitsplanung spürbar leichter. Keine offenen Fragezeichen mehr, sondern ein Ablauf, der wie ein roter Faden durch den Tag führt. So wächst die Vorfreude Stück um Stück!

Zwar gehen wir als Planer mit Routine an die Sache ran, doch ist jede Hochzeit anders. Budgetpläne und Wunschvorstellungen prallen manchmal einfach aufeinander und man muss zusehen, wie man alles vernünftig unter einen Hut bringt. Deswegen: ja, auch wir sind jedes Mal sehr erleichtert, wenn alles steht.

Der Countdown

Wuselig wird es dann noch einmal in den letzten Tagen. Hier in diesem Fall kam 2 Tage vorher noch eine kurzfristige Absage rein, weshalb der Sitzplan geändert werden musste. Die gemietete Tischwäsche hätte montags schon ankommen sollen. Doch schlussendlich konnte ich sie erst Mittwoch oder Donnerstag (ich bin mir gerade gar nicht mehr sicher) in einer Filiale abholen, da der Fahrer des Versanddienstleisters das Paket mehrere Tage in seinem Lieferwagen spazieren fuhr. Am Freitagmorgen, meinem Anreisetag, habe ich noch die Hochzeitstorte bei Sonja (Zuckeralm) abgeholt. Sie hat mir gezeigt, wie ich kurz vor dem Servieren noch den Topper anbringen kann. Dann wurde die wunderschöne Torte gut gesichert in eine Transportbox geladen und in meinem Kofferraum verstaut.

Ich fuhr die Torte direkt zur Location, um diese in die Kühlung zu geben und gleichzeitig schon ein paar wenige Basics für den bevorstehenden Tag zu dekorieren. Viel konnte ich nicht machen, da die Location am Vorabend noch für eine andere Veranstaltung gebucht war. Doch zumindest die 50m lange Lichterkette habe ich schon als Sternenhimmel montieren können.

Eine große Ungewissheit begleitete uns allerdings bis zum Schluss: würde die Gondel am Samstag fahren? Falls das Wetter nämlich keine Gondelfahrt erlauben würde, hätte die Trauung im Rathaus stattgefunden. Doch bis Freitagabend sah es so aus, als hätten wir Glück.

Und so durfte ich Freitagabend die Hochzeitsgesellschaft aus dem hohen Norden bei uns im Süden begrüßen. Es war ein großes Hallo, als einer nach dem anderen aus dem Bus kletterte. Die Stimmung war großartig und offenbar hatte das Paar schon einiges von mir erzählt, denn auch die Gäste “kannten” mich alle schon. Es war wirklich herrlich. Und so läuteten wir das Hochzeitswochenende mit einem wundervollen Abendessen im Hotel ein.

Der Hochzeitstag

“Guten Morgen!”

Es ist 06:30 Uhr, als mein Wecker klingelt. Noch bevor ich aus dem dem kuscheligen Bett purzle, checke ich die Wetter-App. Kein Wind, Sonne-Wolken-Mix, 13 Grad. Ich juble innerlich, krabble aus den Federn und mache mich fertig. Um 8 Uhr möchte ich am Chalet sein, um die Dekoration meinerseits aufzubauen, ehe um 9 Uhr Conny von Passiflora eintreffen soll.

Noch einmal gehe ich meinen Tagesablauf durch, arbeite meine Packliste durch und kontrolliere auch im Auto nochmals, ob ich alles dabei habe. Das ist das spannende an so einem streng getakteten Tag: es ist quasi keine Luft dazwischen, um irgendetwas vergessenes noch holen zu können. Es muss einfach alles an Ort und Stelle sein. Gerade wenn man dann noch solche Locationwechsel, wie in diesem Fall, hat.

Ich fahre zur Location. Ein fröhliches “Guten Morgen!” schallt mir entgegen, begleitet von der Frage, ob ich auch einen Kaffee und Butterbreze möchte. Ich habe mich riesig gefreut, dass so lieb an mich gedacht wurde.

Und dann ging es auch schon los:

  • Tischdecken austeilen und natürlich noch glätten
  • Tischnummern auslegen
  • Lampions im Sternenhimmel verteilen
  • Sitzplan aufstellen
  • Willkommensschild vorbereiten (Floristik und Staffelei mussten noch ran)
  • Menükarten bereitlegen

Als dann Conny (sogar noch früher als gedacht) eintraf, ist mir an dem Morgen schon der erste Stein vom Herzen gefallen. Man steht so unter Strom, dass man wirklich froh um jeden Punkt ist, den man abhaken kann.

Passiflora übernahm die komplette restliche Dekoration des Chalets, während ich mich für einen kurzen Abstecher auf den Weg ins Hotel machte. Schließlich hatte ich eine wichtige Aufgabe: Brautstrauß und Buttoniere zu Braut und Bräutigam bringen.

Getting Ready

Im Hotel saß die Braut bereits beim Styling (weiterer Stein, der vom Herzen fällt). Sie hat sich unglaublich über ihren Strauß gefreut. Letzte Anweisungen, wann das bestellte Taxi auf sie wartet und weiter gings zum Bräutigam, um die Buttoniere abzuliefern.

Fotograf Thorsten Brieger traf zwischenzeitlich ebenfalls ein und hielt das Getting Ready spontan noch mit dem ein oder anderen Bild fest. Randnotiz hierzu: eigentlich empfand das Brautpaar Getting Ready-Bilder als nicht nötig. So zumindest die Aussage im Vorfeld, weshalb wir Thorsten erst etwas später “bestellt” haben. Als die beiden dann allerdings im Nachgang die wunderschönen Bilder gesehen haben, haben sie sich doch sehr darüber gefreut.

Unsere Erfahrung: wenn man später die Bilder vom Styling noch einmal ansieht, hat man sofort wieder diese aufgeregten Schmetterlinge im Bauch. Ein Getting Ready ist einfach etwas ganz besonderes. Diese Stunden und Minuten, bevor es richtig losgeht, das ist ganz großes Knistern in jedem noch so kleinen Raum.

Auffahrt zum Predigtstuhl

Mein Auto war voll mit Dekoration für’s Standesamt, weshalb ich mich zügig auf den Weg nach Bad Reichenhall machte. Meine Gondel sollte um 11 Uhr abfahren.

Dort angekommen halfen mir die netten Mitarbeiter, meine Kisten in die Gondel zu laden. Und dann gab es für mich unfassbar schöne 8 Minuten Bergfahrt. Goldenes Laub, Ruhe und die letzte Möglichkeit, mich noch einmal auf alles zu fokussieren, was nun anstehen sollte.

Oben angekommen verteilte ich in Windeseile Gestecke, Väschen, Stuhldeko, Windlicher, Kerzen usw.

Freudig begrüße ich dort auch schon Alberto, den Musiker.


Auch die Gäste waren inzwischen auf dem Weg: passend zur „Familienkutsche“ des Brautpaares wurde die gesamte Gesellschaft von einem wunderschönen Oldtimer abgeholt. Bis auf die Braut – die durfte natürlich (bis zum First Look auf dem Berg) niemand vorher sehen.

Die Minuten, bevor es losgeht

Routinierte Nervosität würde ich es nennen, was einen an so einem Hochzeitsmorgen begleitet. Vorfreude, letzte Handgriffe. Das Streben nach “Perfektion”.

Und dann ist es soweit: die beiden reservierten Gondeln mit dem Bräutigam und den Gästen treffen ein. Gelöste Stimmung und fröhliche Gesichter machen sich auf den Weg zur Beletage, wo die standesamtliche Trauung stattfinden wird.

Ich erwarte die Braut und lotse sie, getrennt vom Bräutigam, zum First-Look-Shooting. Es ist überwältigend emotional!

Standesamtliche Trauung auf dem Predigtstuhl in Bad Reichenhall

Die Gäste hatten inzwischen ihre Plätze eingenommen, das Brautpaar war bereit. Zu den ersten Klängen von Albertos Gitarre, wurde aus „Gleich geht’s los“ ein „Jetzt geht’s los“. Die beiden schritten lächelnd und natürlich auch ein wenig aufgeregt nach vorne. Und endlich, endlich konnten sie sich in einer schönen, standesamtlichen Trauung ihr lang ersehntes “Ja-Wort” geben.

Sektempfang mit Bergblick auf der Beletage

Das Wetter war so unfassbar schön. So schön hatten wir es erhofft, aber nicht gewagt, das als gesetzt anzunehmen. Es war das Gesamtpaket aus Anlass, Wetter und Location, das die Gäste den Nachmittag auf der Terrasse so richtig genießen ließ. Die warme Herbstsonne färbte das Laub golden, die Luft war klar und frisch. Mit einem Glas Sekt in der Hand haben die Gäste nicht nur den Ausblick, sondern auch die Gespräche regelrecht aufgesogen. Überall standen kleine Köstlichkeiten bereit. Besonders das Hokkaido-Süppchen war herrlich – warm, cremig und genau richtig für das herbstliche Wetter.

Natürlich wurde die Zeit auf dem Berg auch gleich noch für Gruppen- und Paarfotos genutzt.

Feier im Chalet in Ruhpolding

Während die Gäste noch beschäftigt waren, hieß es für mich dann auch schon langsam wieder alles an Deko Richtung Gondel zu schaffen.

Um kurz vor 17 Uhr fuhr dann die letzte Gondel ins Tal. Ich hatte das Glück, die Gondel mit Brautpaar, Gästen und Alberto (dem Musiker) zu teilen. Der Moment der Talfahrt war nicht nur ausgesprochen fröhlich, sondern auch wirklich magisch. Denn Alberto stimmte noch einmal “Volare” an. Ich hatte Gänsehaut.

Im Tal angekommen gab ich Vollgas, um die Dekoration vom Berg im Chalet unterzubringen. Ich zündete gerade die letzten Kerzen mit den Gastgebern der Leita Stum an, als auch schon der zauberhafte Oldtimer mit der ganzen Gesellschaft an Bord vorfuhr.

Es sollte ein ausgelassener und wundervoller Abend in einer zauberhaft-gemütlichen Location werden. Begleitet von Feuerschalen auf der Terrasse, einem Fotobus vor der Hütte und unendlich guter Laune.

Gute Nacht!

Es war bereits weit nach Mitternacht, als ich noch einmal auf die Terrasse des Chalets trat. Die Feuerschalen glühten nur noch leise in der kühlen Herbstluft, während im Inneren die Musik und das Lachen ebenfalls langsam verebbten. Das Brautpaar stand zwischen Freunden an der Bar, bereit, sich auf den Weg ins Hotel zu machen. Müde, glücklich und umgeben von dieser warmen, besonderen Stimmung eines Tages, den keiner so schnell vergessen würde.

Bilder: Thorsten Brieger

…. na gut, ein paar Handybilder von Nadine sind auch dazwischen 😉

Floristik und Dekoration: Passiflora

Location: D‘ Leita Stum

Fotobus: Fotobus.at

Dürfen wir bald eure Hochzeit begleiten?

Eine Hochzeit in den bayerischen Bergen würde euch auch so richtig gut gefallen? Dann begleite ich euch gerne als Hochzeitsplanerin! Fragt jetzt gerne einmal unverbindlich an.

Eure Nadine